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Kinder

Alle Kinder sind bewusst und/oder unbewusst sehr stark mit ihren Eltern verbunden. Meistens in großer Liebe. Und versuchen unbewusst den Eltern das zu geben, was diesen fehlt. Sie versuchen auch das aufzunehmen, was bei den Eltern unerledigt bliebt, machen darauf aufmerksam und tragen es aus. Und sie haben meistens jahrelang den Glauben, dass Sie für das Glück bzw. Unglück ihrer Eltern verantwortlich sind und Unglück in Glück verwandeln können. Dieser Glaube wird auch trotz wiederholtem Scheitern sehr lange aufrecht erhalten.

In sehr frühen Jahren – in denen es noch keine Ich-Grenzen bei den Kindern gibt – vermischen diese auch die Gefühle Ihrer Eltern mit den eigenen Gefühlen und können dadurch in große Verwirrung in Bezug auf die eigene Autonomie und das eigene Gefühlsleben stürzen.

Stellvertretung von Kinder

Innerhalb der Familienaufstellungen haben wir einige Regelmässigkeiten in Bezug auf Kinder entdeckt. Zum Beispiel sind Erstgeborene oft dazu da, den Eltern das zu geben, was diese von ihren eigenen Eltern nicht bekommen haben. Als Erstgeborener trägt man auch sehr oft die Verantwortung für die jüngeren Geschwister. Auch vertreten diese gerne die Dynamiken der Großeltern. Sie balancieren das aus, was in der Familie fehlt. Oft werden Schicksalsschläge zu Zeitpunkten wiederholt, wenn diese so alt sind wie ihre Großeltern.

Zweitgeborene sind sehr oft den Eltern verpflichtet und stehen für frühere Partner oder geben dem jeweiligen Elternteil das, was dieses in seiner eigenen Partnerschaft vermisst, z.B. vertritt ein Sohn den abwesenden Vater. Für Töchter kann dies im erwachsenen Leben sehr oft ein Leben in Dreiecksbeziehungen bedeuten. Oftmals kommt den zweitgeborenen Kindern aber auch die Rolle zu, vorherige Partner zu vertreten.

Bei drittgeborenen Kindern kann es sehr oft dazu kommen, dass diese die unerledigten Aufgaben des gleichgeschlechtlichen Elternteils abzuarbeiten haben.

Generell erfolgt diese sogenannte Stellvertretung gleichgeschlechtlich, d.h. ein Sohn vertritt Männer aus der Familienreihe, Töchter Frauen, bei Einzelkindern kann es dazu kommen, dass diese Stellvertretungen beider Geschlechter tragen. Die Kinder an sich erleben sich als gut (Zugehörigkeit), wenn sie selbst ihren Beitrag zum Glück ihrer Eltern geben können.

Reihenfolge der Kinder

Die Reihenfolge bzw. Rangordnung ist eine der zentralen Hypothesen des Familienstellens. Sie geht bei den Kindern nach dem Motto “Wer zuerst da war, kommt an erster Stelle”. Bedeutet, dass der Erstgeborene vor dem Zweitgeborenen, der wiederum vor dem Drittgeborenen kommt. Wenn nun das erste Kind fehl- oder totgeboren, abgetrieben wurde oder früh verstorben ist, kann diese Reihenfolge unter Umständen durcheinander kommen. Und zwar genau dann, wenn dieses Kind verheimlicht oder verschwiegen wird. Dann stehen möglicherweise alle anderen Kinder “an einem falschen Platz”. Die Ordnung gerät durcheinander.

Kinder

Dies gilt auch für abgegangene Zwillingsgeschwister, die aufgrund ihrer körperlichen intensiven Nähe, eine besonders große Lücke hinterlassen. Hier können dann beim überlebenden Geschwister sehr oft Schuldgefühle (“Warum ich”) und Ängste (vor allem Trennungsängste) auftreten. Es bleibt meistens das Gefühl, auf Kosten des verstorbenen Geschwisterchens sein Leben zu leben oder es folgt der Dynamik “Ich folge Dir nach”.

Kinder und Eltern

Bei den heutigen Scheidungsraten gibt es immer mehr allein erziehende Eltern beiderlei Geschlechts mit einem Überhang an allein erziehenden Müttern. Meistens geht eine Scheidung nicht friedlich ab, es gibt und bleiben Verletzungen unter den Partnern. Und oft fällt es den Partnern schwer, mit diesen Verletzungen gegenüber den Kindern “hinter dem Berg” zu halten. Auch weil das Kind einen an den Partner erinnert. Und mit der Erinnerung kommen die Verletzungen.

Dabei ist dann folgende Dynamik zu beachten: Wenn die Mutter zum Beispiel den Vater im Kind ablehnt, hat dieses Probleme, ihn anzuerkennen und zu nehmen. Denn ein Kind ist loyal – beiden Eltern gegenüber. Und wird durch diese Ablehnung in einen kaum auflösbaren Konflikt gestürzt. Mit der Zeit beginnen die Kinder, den Zorn der Eltern zu teilen. Die Folge ist mit der Zeit eine Verachtung des gegengeschlechtlichen Teils. Aus diesem Grund werden in einem Rechtsstreit um das Kind alle zum Opfer.

Eine weitere Dynamik ist die, dass Mädchen von der Mutter sehr viel über Frausein lernen und gleichfalls von der Mutter sehr viel über die Wertschätzung und den Umgang mit Männern lernen. Von der Mutter lernen sie ihr Männerbild und was Männer ausmacht und wie man mit Männern umgeht. Die Söhne lernen das umgekehrt von ihren Vätern. Und wenn nun wenig Wertschätzung für das andere Geschlecht bei den Eltern zu finden ist, färbt das automatisch auf das Geschlechterbild der Kinder ab.

Wenn also eine alleinerziehende Frau vor ihrem Sohn über den Vater schimpft, beeinflusst sie sein Männerbild und den Teil in ihm, der dem Vater loyal ist. So entstehen manchmal somatische Krankheiten und Auffälligkeiten im Verhalten.

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